PCT – 18. Woche

Reno NV, 4.9.2019

Juhee 😀 Am 2. September habe ich mit dem Erreichen der Interstate 80 🛣️ am Donner Summit 🏞️ den PCT erfolgreich gemeistert 😀🏆🎖️.

Da stand ich also wieder am selben Punkt wie vor 3 Monaten, aber damals sah es wegen dem vielen Schnee ❄️❄️❄️ komplett anders aus🤔. Ich war Anfangs Juni nahe daran, die Übung abzubrechen😐. Heute bin ich froh, weitergemacht zu haben, denn ich hätte unheimlich viel verpasst.🤗🙂

Die letzten 20 Tage in der High Sierra 🏔️ und Nordkalifornien ⛰️waren der krönende Abschluss meiner Wanderung. Wir hatten jeden Tag schönes Wetter ☀️🌤️, nur am Sonora Pass hat es einmal gegen Abend ein kurzes Gewitter 🌩️gegeben.

Der Trail war bis auf ein paar wenige Schneefelder an den Nordhängen schneefrei ⛰️und die Flussüberquerungen 🏞️gestalteten sich einfach und gefahrlos.

Ich habe in den letzten 3 Wochen wieder einige bekannte Gesichter 👫 von der Zeit in Südkalifornien angetroffen. Sie haben wie ich die Sierra🏔️ übersprungen, schliessen nun aber die Lücke von Norden nach Süden. Es war jedesmal ein grosses Hallo und eine Freude, sich untereinander auszutauschen.

Ich bin jetzt noch für 2 Tage in Reno 🌆 und fliege am Freitag via LA zurück nach Hause✈️🏡.

Gestern und heute war Shopping Tag 🛍️. Ich musste zuerst einmal neue Schuhe 👞 kaufen. Die Schuhe 🥾 aus der Hiker Box vom White Pass sahen nicht mehr ganz so stadttauglich aus🙄. Auch neue Hosen👖 mussten her, ich scheine in der Hitze ☀️etwas eingegangen zu sein 😁. Die Grösse ist von Waist 33 auf Waist 30 geschrumpft 🙄. Natürlich wollte ich auch noch Geschenke 🎁 für meine Familie einkaufen.

Nach anderthalb Tagen Grossstadt 🌆 vermisse ich die Ruhe des Trails 🏞️ schon ein wenig . Zum Glück 🍀 geht es zu Hause nicht ganz so hektisch zu und her wie in Reno 🌆.

Ich werde in den nächsten Monaten 📆 meine Tagesberichte 📃 mit ausgewählten und dokumentierten Fotos 📸 zu einem Reisebericht ⌨️ zusammenfassen 📚 und hier publizieren. Falls es dich interessiert, schau doch einfach wieder mal rein.

Besten Dank für das Interesse und falls du auch eine verrückte Idee💡 im Hinterkopf hast – alles beginnt mit dem ersten Schritt – just do it😀

In diesem Sinne – Happy Trails

Urs „Tractor“ 🚜

PCT – 15. Woche

Lancaster CA, 10.08.2019

Ich bin heute von Vancouver BC zurück nach LA geflogen ✈️und habe mich, soweit es hier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 🚌 🚞 an einem Wochenende geht, wieder der Sierra genähert. Ich bin bereit für die letzten 413 Meilen von Lone Pine nach Truckee. 🏃‍♂️🧗‍♂️

Der nächste Bus 🚌nach Lone Pine fährt erst am Montag Nachmittag. So werde ich frühestens am Dienstag Nachmittag auf den Trail kommen, da ich vorher noch den für diesen Trailabschnitt obligatorischen Bärenkanister auf dem Post Office abholen muss. Wenn ich am Montag Abend in Lone Pine ankomme, hat die Post leider schon geschlossen – Staatsbetrieb 😅

Nun habe ich den ganzen Sonntag zur Verfügung, in Lancaster das Essen für die nächsten 6 Tage in der Sierra zu besorgen und mich etwas zu entspannen🛀😎🧘‍♂️, wobei ich doch schon gestern in Vancouver nur faul rumgehängt bin 🤗und lokale Biere verkostet habe🍻. Wenn da nur nicht der Schlendrian Einzug hält.☝️😄

Die Washington Sektion🏞️ war ein Traum. Es gab nur an 2 Tagen etwas Regen 🌦️und Waldbrände 🔥waren zum Glück auch (noch) kein Thema. Die beiden Tage mit Regen waren eine moralische Durchhalteübung, denn die vielen Beerensträucher 🍇 am Trailrand sammeln auf ihren Blättern🌿 so viel Wasser 💦und hängen in den Weg hinein, dass man auch noch Stunden nach dem Regen völlig durchnässt 💦wird. Ich möchte diese Sektion nicht im Spätherbst laufen, wenn tagelanger Dauerregen🌧️☔ üblich ist. Von diesem Aspekt her war das Timing perfekt .⌚

Der Trail in Washington verläuft oft über der Baumgrenze🏞️, traumhafte Aussichten auf Berge, Seen und bunte Blumenwiesen haben in mir manchmal unglaubliche Glücksgefühle😃🍀 ausgelöst, so dass ich Tränen in den Augen hatte🤩.

Physisch war es relativ streng zu laufen🥵, es ging immer rauf und runter, da kommen bei einem 25 Meilen Tagesziel schon einige Höhenmeter zusammen.

Das Moskito 🦟Problem war in Washington praktisch kein Thema mehr, ein weiterer Grund, weshalb mir dieser Staat so gefallen hat. 😃

Zusammen mit 3 Japanern 🇯🇵 und einem Amerikaner 🇺🇲koreanischer🇰🇷 Herkunft, habe ich 🇨🇭am 8.8. morgens um halb 10 den Northern Terminus des PCT in Kanada 🇨🇦erreicht und etwas gefeiert🍻, obwohl wir alle nochmals in die Sierra 🏔️⛰️ zurückkehren werden, um die übersprungenen Strecken nachzuholen.

Ich rechne noch mit etwa 20 Hiking Tagen und dann ist es definitiv geschafft. 😃

Bis denne…

Happy Trails, Urs

PCT – 12. Woche

Cascade Locks 19.07.2019

Ich mache einen Zeroday in Cascade Locks am Columbia River 🗻, der bei Portland, wenige Kilometer weiter westlich in den Pacific mündet. In der Mitte des Flusses🏞️ befindet sich die Grenze zwischen den Staaten Oregon und Washington.

An einem Zeroday mache ich natürlich nicht einfach nichts, im Gegenteil – Das heutige Tagesprogramm sah folgendermassen aus: Rasieren (dauert etwas bei einem 4 wöchigen Bart)😅, Duschen, Material für die nächsten 3 Wochen aussortieren und den Rest in der Bounce Box (zur Zeit mein Bärenkanister) verpacken, zur Post gehen und die Bounce Box nach Lone Pine CA verschicken📨, frühstücken🌮🥝🥐🍜, mit dem Bus 🚐nach Hood River 🏘️fahren, Essen für die nächsten 6 Tage einkaufen, Mittagessen🍕🍺, zurück nach Cascade Locks fahren 🚐, mit Daniela telefonieren☎️, zum Coiffeur nebenan gehen, den Blog schreiben✒️, Nachtessen🍔🍟🥗🍺, das Essen gewichts- ⚖️und platzsparend im Rucksack verpacken, im Internet, bei Zerodays das Essen für die restlichen 3 Abholstellen in Washington zusammenstellen und bestellen, das Tagebuch schreiben✏️ und dann ist es schon langsam Zeit zum Schlafen😴.

Die Wäsche🧦 habe ich zum Glück schon gestern Abend in einer public Laundry machen können😅.

Zurück zum Trail:

Der letzte Abschnitt von Nordkalifornien, die Trinity Alps und die Marble Mountains 🏞️waren ein weiteres Highlight😀 und vom Schnee❄️ her überhaupt kein Problem. Ich konnte die gesammte Strecke auf dem PCT laufen, ohne Umgehung wie zuerst befürchtet. 😀

Die rund 455 Meilen (732 km) durch Oregon hab ich im Schnellzugstempo 🏃‍♂️von 16 Tagen absolviert. Dies liegt daran, dass in Oregon am wenigsten Höhenmeter geleistet werden müssen.

Ein weiterer Antriebspunkt war, dass in Oregon ca. 90% des Trails im Wald 🌲🌲🌲🌲🌲verlaufen und man anstrebt, dieser monotonen, schattigen, depressions- fördernden Umgebung zu entfliehen.

Last but not least: Im Juli warten Millionen von Moskitos🦟🦟🦟🦟🦟 darauf, dass man stehen bleibt, um einem dann gnadenlos zu attakieren. Ich habe Anfangs fast Panik bekommen, als ich an einem Abend das Zelt 🏕️aufstellen wollte und plötzlich von Moskitos🦟🦟🦟🦟 eingenebelt wurde. Wehe dem, der sein Moskitonetz für den Kopf zu Hause vergessen hat. 🥶😬Intersannterweise gewöhnt man sich an diese lästigen Viecher mit der Zeit. 🤔

Oregon hat aber auch ganz schöne Flecken: Der Crater Lake🗻 war für mich bis jetzt das absolute Highlight des Trails👌😀.

Auch die Gegenden um den Mount Thielsen⛰️, die Three Sisters⛰️⛰️⛰️, den Mount Jefferson⛰️ und den Mount Hood⛰️ waren landschaftlich spektakulär🏞️. Leider hat sich das Wetter nicht immer von seiner besten Seite gezeigt☁️. Es war oft bewölkt 🌥️und so sehen dann die Handy Bilder schnell einmal nicht besonders toll aus. 😥

Regen 🌧️hatten wir in den letzten 4 Wochen nur an 3 Tagen 🌧️. Die Regenjacke diente primär als Moskitoschutz 🦟😅

Morgen gehts weiter. Über die berühmte Bridge of the Gods sind die nächsten 514 Meilen (827 km) in Washington fällig 🚵‍♂️.

Dieser Abschnitt ist von den Höhenmetern her der strengste des gesammten Trails. Rund 73’670 Fuss (22’450 Höhenmeter) müssen geleistet werden 😅und für mich das übelste: irgendwann müssen die Höhenmeter wieder vernichtet werden – ich hasse bergab laufen😥.

Ich rechne mal mit 20 – 22 Tagen und müsste um den 10. August herum die kanadische Grenze 🇨🇦 erreicht haben.

Dann gehts zurück nach Lone Pine CA 🇺🇲 um die übersprungenen 413 Meilen der Sierra nachzuholen.

Ich melde mich in ca. 3 Wochen wieder.

Bis denne….

Happy Trails😀, Urs

PCT – 8. Woche

Dunsmuir 23.06.2019

Ich mache einen Zeroday in Dunsmuir, einem verschlafenen Nest in Nordkalifornien. Hier, wie auch in anderen kleinen Dörfern scheint die Zeit etwas stehengeblieben zu sein. Immerhin habe ich Handy Empfang, was z.B. in den vorhergehenden Versorgungs Ortschaften Sierra City und Belden nicht der Fall war😀

Der Start vor knapp 3 Wochen in Nordkalifornien war hart. In der Region Squaw Valley, Truckee lag noch enorm viel Schnee ❄️❄️❄️❄️❄️

Voller Elan bin ich am 6. Juni, kurz nach 13 Uhr aus dem Uber-Taxi direkt vom Reno Airport ausgestiegen und machte mich auf den Weg nach Norden❄️❄️❄️ Spuren im Schnee waren keine sichtbar, da sie beim aktuell hohen Sonnenstand☀️☀️☀️ nach wenigen Stunden wegschmelzen. So musste ich permanent navigieren um in etwa auf dem Trail zu sein. 😐

Nach 2 Stunden aufwärts Kampf durch den weichen Schnee ❄️ ❄️❄️hatte ich gerade einmal 2 Meilen 😥geschafft! Unter normalen Bedingungen schaffe ich 2.5 Meilen pro Stunde 😥

Ich war völlig demotiviert und dachte ans Umkehren.😐

Auf der Karte war die Peter Grubb Hütte eingetragen, nur eine Meile entfernt. o.k. – dachte ich mir, ich gehe bis zur Hütte, verbringe die Nacht dort und entscheide, wie es weitergeht.😅

Als ich den Standort der Hütte erreichte, war sie nirgends sichtbar – nur Schnee weit und breit?? 😥 ❄️❄️❄️Ich weiss nicht, wie hoch die Hütte ist, aber ich schätze einmal, dass da noch mindestens 5 Meter Schnee lagen 😅

Ich habe mich trotzdem entschlossen, weiterzulaufen. Auf der Wind zugewandten Seite von einem Bergkamm hatte es den Schnee weggeblasen, so dass ich für ein par Meter den Trail sah. Hier habe ich das Zelt 🏕️aufgestellt.

Am nächsten Tag ging es nochmals einen halben Tag durch den Schnee ❄️und danach auf dem Trail stetig bergab bis Sierra City. In diesen 2 Tagen habe ich keinen einzigen PCT Hiker angetroffen!

Nach Sierra City folgten nochmals 2 Tage im Schnee, ❄️wo ich nahezu am Limit war. 😥Beide Tage bin ich 14 Stunden unterwegs gewesen.😥

Auf der Lee Seite vom Mount Etna 🏞️und Gibraltar🏞️ gab es 2 sehr steile Hangquerungen. Da der Schnee ❄️in den warmen ☀️Nächten nicht mehr gefriert, war er sehr weich und man wusste nie, ob der nächste Schritt hält.

Mittlerweile bin ich rund 100 km im Schnee gelaufen.😅

Nun folgen die Trinity Alps, 🏞️wo gemäss Schneekarte ❄️des amerikanischen Wetterdienstes auf einem Teilstück noch viel Schnee liegt. Ich werde vor diesem Abschnitt auf einer Forststrasse ins Tal 🏞️absteigen und eine Umgehung machen. Das ist der aktuelle Plan, denn mir fehlt die Motivation, mich noch weitere Tage im Schnee ❄️abzukämpfen.😥

Trotz der widrigen Bedingungen bin ich bei Trail Mile 1501 angelangt. Abzüglich der fehlenden 413 Sierra Trailmeilen habe ich also schon 1088 Meilen (1750 km) zurückgelegt und bin damit sehr zufrieden. 😀

Übernächste Woche werde ich Kalifornien hinter mir lassen und Oregon in Angriff nehmen 😀

Das nächste Blog Update folgt wahrscheinlich erst in ca. 4 Wochen, wenn ich den nächsten Zeroday in Cascade Locks an der Grenze zu Washington mache.

Bis denne…

Happy Trails, Urs😀

PCT – 6. Woche

Bishop 05.06.2019

Ich erhole mich in Bishop mit einem Zeroday von den Strapazen der letzten Tage. 😅

745 Trailmeilen (1199 km) habe ich in 6 Wochen zurückgelegt. Eigentlich zählen die Meilen ab Tehachapi bereits zur Sierra Sektion, vom Klima und der Vegetation her gehören sie aber noch zur Wüste. 🏜️ 🌵

In den 5 Tagen von Tehachapi bis Kennedy Meadows war genügend Trinkwasser 🥤💧zu haben immer ein Thema. Auf einem Abschnitt gibt es über 60 Km keine natürlichen Wasserstellen d. h. man schleppt zusätzlich bis zu 6 Liter Wasser mit. 💧💧Zum Glück kreuzt der PCT manchmal Dirtroads, wo Trail Angels hunderte von Litern Trinkwasser hinstellen, aber verlassen kann man sich auf die sogenannten Wasser Caches nie. Ich habe einige Male nur noch leere Kanister angetroffen.😥

Ab Kennedy Meadows steigt dann der PCT ziemlich schnell auf 3000m und mehr an. Ab hier beginnt die richtige Sierra. Es gibt plötzlich Bäche die ganz viel Wasser führen 🏞️und schöne Kiefernwälder.🏕️ In dieser Klimazone ist es genau umgekehrt wie z. B. in der Nordschweiz. Bis 2000 m wachsen hier nur Büsche und erst darüber gibt es Wald.🏞️

In der Sierra ab 3000 m und weiter nördlich ab 2000 m ist derzeit der Schnee🏔️ das Thema Nummer 1. Es gibt in diesem Jahr mehr als das doppelte davon als in einem Durchschnittsjahr. ❄️❄️❄️

In den letzten 2 Wandertagen habe ich mich mit der weissen Pracht ❄️❄️❄️abgemüht.

Wenn gegen Mittag der Schnee ❄️❄️ taut, dann kommt es immer wieder vor, dass man bis zur Hüfte einsinkt. Mit dem schweren Rucksack am Rücken braucht es unheimlich viel Kraft 💪um sich wieder aus der misslichen Lage zu befreien. Es ist mir auch schon 2 mal passiert, dass ich das Schienbein aufgeschürft habe, weil unter dem Schnee ein grosser, scharfkantiger Stein lag. 😥

Bei solchen Bedingungen kommt man in einer Stunde manchmal nur 1 Meile weit, was natürlich sehr frustrierend ist. 😐

Ich bin gestern über Horseshoe Meadow vom Trail ausgestiegen. Per Autostopp 🚙 bin ich nach Lone Pine- und mit dem Eastern Sierra Express 🚐 nach Bishop gereist.

Morgen früh werde ich mit dem Bus 🚐 nach Reno und dann weiter über Truckee zum Donner Pass Trailhead fahren. Falls die Bedingungen es zulassen, werde ich von dort Richtung Norden weitermachen und zum Schluss in die Sierra 🏔️zurückkehren.

Das ist jedenfalls der aktuelle Plan – aber wer weiss, vielleicht sieht der übermorgen schon wieder anders aus 😅

Fortsetzung folgt ☃️

Bis denne…

Happy Trails, Urs