2012 USA Nordwest – 2. Woche

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ROUTE 2. WOCHE

Freitag 03. August – Cascade Locks

Written by Urs

Der KOA Campingplatz in Cascade Locks ist zwar sehr schön gelegen – aber in der Nacht raubte einem das dauernde Gehupe und Getöse der kilometerlangen Güterzüge schon gehörig den Schlaf.

Aus diesem Grund wurde aus aus unserem Vorsatz – mal auszuschlafen, leider nichts. Bereits um acht waren alle wach. Schnell war das Frühstück gemacht, das wir bei klarem Himmel draussen genossen. Unser Toaster kam richtig zum Glühen.

Nach dem Frühstück war Wäsche waschen angesagt, da gewissen Familienmitgliedern bereits die frische Wäsche ausgegangen war. Die Damen wollten sich zuerst im Swimmingpool vergnügen, während ich mich per Bike ins Städtchen aufmachte um die Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Beim sehr schön gestalteten Marine Park wurde ich schnell fündig. Ein Schaufelraddampfer im Mississippi Style rauchte vor sich hin, bereit für eine 2 stündige Sightseeing Tour auf dem Columbia River. Zurück im Camping konnte ich den Rest der Familie – angesichts der schon sehr warmen Temperaturen für die Schifffahrt überzeugen. Schon bald machten wir uns auf den Weg zum Hafen.

Wir besorgten uns die Tickets und genossen einen Lunch im Hafenrestaurant. Es folgten 2 Stunden gemütliche Fahrt auf dem wunderschönen Fluss durch die Columbia River Gorge.

Nach der Fahrt gingen wir unser Abendessen und Trinken 🙂 einkaufen. Beim Hamburger Laden an der Hauptstrasse probierten wir vom angeblich weltgrössten und besten Ice Cornet der Welt, wobei ein Familienmitglied sein Cornet gleich den Ameisen auf der Strasse spendierte.

Zum Abendessen gab es Tomaten- und Hörnlisalat mit Thun, begleitet von einem wunderbar süffigen Riesling «Two Wines» aus Washington. Da wir im Shop auch gleich Gehörschutzpfropfen gekauft hatten, stand einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege 🙂


Samstag 04. August – Baker City

Written by Ladina

Um 7 Uhr früh waren Fabienne und ich bereits hellwach. Mami und Papi schnarchten noch tief, da sie gestern eine ganze Flasche Wein geleert hatten. Ich deckte den Tisch und holte mit meinem Lärm die restlichen Familienmitglieder aus dem Bett. Kurz darauf fuhren wir los.

Nach 20 Minuten Fahrt machten wir in Hood River einen Abstecher in den Walmart. Dann fuhren wir noch weitere 2 Stunden dem schönen Columbia River entlang, bis zum Mittagsrastplatz bei Hermiston. Wir assen dort im A&W einen Burger und fuhren anschliessend nochmals 2 weitere Stunden bis Baker City.

Dort besuchten wir das Oregon Trail Interpretive Center. Dank unseres Anual Passes für die Nationalpärke, war das sogar gratis für uns. Es gefiel uns sehr gut dort, da das Center inmitten des historischen Oregon Trails steht.

Rundherum sah die vertrocknete Landschaft aus wie früher – keine Häuser und man konnte noch die original Spuren der Planwagen von damals erkennen. Im Center gab es viel zu entdecken, wir schauten uns dort unter anderem einen 40 minütigen Film über die Entdecker Lewis & Clark an.

Nach dem spannenden Aufenthalt fuhren wir zum Campingplatz, dem Oregon Trail West RV Park. Dort erkundete Papi per Bike die Gegend und als er zurück kam, entschieden wir uns, mit dem Wohnmobil in die 3 Kilometer enfernte Stadt Baker City zu fahren.

Dort gingen wir das erste Mal in Amerika in ein Pizza Hut Restaurant. Der verwirrte Kellner machte unseren Abend noch recht amüsant. Und, wie solls auch anders sein, hatten wir am Schluss mehr als eine Pizza übrig, bei den Übergrössen die hier üblich sind.

Dafür haben wir für Morgen einen feinen Zmittag. Gegen halb 10 kehrten wir zurück zum Camping und gingen schon bald darauf ins Bett.


Sonntag 05. August – Cascade

Written by Fabienne

Heute Morgen wachten wir unfreiwillig auf. Papis Handy klingelte. Am Telefon war Doris, unsere Tante, die wir schon über 3 1/2 Jahre nicht mehr gesehen hatten. Sie ist mit ihrem Mann Marcus und ihrem gemeinsamen Sohn Noah nach Texas gezogen. An einem abgelegenen Örtchen in der Nähe von Cascade, wo sie gerade Ferien machten, wollten wir sie heute besuchen.

Papi schrieb sich die Adresse auf und wir machen uns ans Frühstück. Nach dem Essen setzten wir uns in den Camper und fuhren los. Wir hatten eine lange Reise vor uns, weil wir zuerst noch einen Abstecher zum Hells Canyon, dem tiefsten Canyon in ganz Amerika machen wollten.

Der Weg dorthin hätte eigentlich ca. 2 Stunden gedauert – jedoch nicht für uns. Wir passierten auf der Brücke über den Snake River die Grenze von Oregon nach Idaho und fuhren weiter Richtung Hells Canyon. An einem schönen Stausee machten wir einen Halt und vertrampelten unsere Füsse.

Als wir weiter fahren wollten sahen wir, das unsere Benzin Vorrat fast aufgebraucht war. Da wir nicht wussten, ob auf dem abgelegenen Weg noch eine Tankstelle kommt, fuhren wir wieder zurück zur Tankstelle, an der wir zuletzt vorbei gefahren waren. Jedoch hatte diese unser benötigtes Benzin nicht, und so mussten wir mit dem letzten Rest wieder zurück nach Oregon fahren, um dort zu tanken.

In Oxbow machten wir es uns in einem Park gemütlich und genossen die Reste unserer Pizza vom gestrigen Abendessen.
Am Abend kamen wir dann endlich bei unseren Verwandten und dessen Gastfamilie an. Das Haus war traumhaft, alles aus Holz und komplett neu ausgebaut.

Wir genossen gemeinsam ein umfangreiches Dinner und zum Dessert gab es selbstgemachte Ice Cream mit Brownies. Es war köstlich ! 🙂 Wir genossen das Beisammensein auf der Veranda bis es kühl wurde und gingen dann satt und zufrieden ins Bett.


Montag 06. August – Redfish Lake

Written by Daniela

Heute haben wir bis 8:30 ausgeschlafen. Dann gab es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit den feinsten Sachen: Pancakes mit Huckleberries, Würstchen, Rühreier, Kaffee, Orangensaft … Susan und Paul waren sehr gastfreundlich und haben keinen Aufwand für uns gescheut – nochmals herzlichen Dank.

Nach einer etwas längeren Verabschiedung (am liebsten hätte ich Noah gleich mitgenommen) , machten wir uns auf die Weiterreise. Die Fahrt durch den Boise National Forest war sehr abwechslungsreich, die Strasse führte uns durch herrliche Naturlandschaften.

Unterwegs konnten wir bei den Löscharbeiten eines Waldbrandes zusehen. Mit dem Helikopter wurde Wasser aus dem Fluss entnommen um den Brand zu löschen.

Um 14 Uhr kamen wir im Glacier View Campground am Redfish Lake an.

Wiedereinmal ein Traum von Campingplatz, was die Natur angeht !
Zum Glück hatten wir unsere Site schon vor Monaten reserviert, in der Saison sind alle Plätze um den See restlos ausgebucht. Das Wohnmobil war schnell eingerichtet und wir konnten genussvoll im Redfish Lake schwimmen gehen.
Nach einem feinen Nachtessen war Spieleabend angesagt.


Dienstag 07. August – Craters of the Moon N.M.

Written by Urs

In der Nacht wurde es ziemlich kühl im Wohnmobil, daran ist wohl die Höhen- und Muldenlage des Redfish Lake schuld.

Das Frühstück mit Pancakes und frischen Huckleberries genossen wir draussen, aber in unsere wärmsten Pullover eingepackt. Einige Campingbewohner konnte man sogar dick eingehüllt in Daunenjacken beobachten.

Die Sonne hatte die Luft dann aber ziemlich schnell aufgeheizt, so das wir für den Morgenspaziergang am Lake wieder im T-Shirt umherlaufen konnten. Wir genossen nochmals die Stimmung am glasklaren See und die Aussicht auf die faszinierenden Sawtooth Mountains. Am liebsten wäre ich noch für eine Woche an diesem traumhaften Ort geblieben um all die schönen Trails zu laufen. Hoffentlich ein anderes Mal.

Gegen Mittag sind wir weitergefahren ins Sun Valley. Leider war die Sicht wegen der Waldbrände in der Umgebung etwas eingeschränkt. Bei Ketchum, wo angeblich viele berühmte Stars eine Ranch oder einen Zweitwohnsitz haben, fuhren wir an stolzen Villen vorbei. Auf der lebhaften Strasse durch das Städtchen konnten wir aber aber so auf die Schnelle keinen Prominenten erkennen.

Weiter gings Richtung Osten zum Craters of the Moon National Monument. Der landschaftliche Gegensatz konnte nicht grösser sein: Am Morgen sahen wir bewaldete Gebirgslandschaften und einige Stunden später nur noch karge Lavawüste.

Wir fuhren zum Devils Orchard und liefen den den kurzen Weg auf den Hügel, um die Aussicht auf die fast unendliche Weite der Snake River Plains zu geniessen. Auf dem KOA Camping in Arco fanden wir ein schönes Plätzchen und richteten uns ein.

Das restliche Tagesprogramm bestand noch aus Einkaufen, Wäsche waschen, Kochen und gemütlich unter dem schattigen Baum zu Abend essen. Nach einer Runde Geographiespiel und Duschen waren alle reif fürs Bett.


Mittwoch 08. August – West Yellowstone

Written by Ladina

Das Frühstück genossen wir heute Morgen draussen. Es war, als gehörte der Campingplatz uns. Es war so ruhig, das man nur die Vögel zwitschern hörte.

Nachdem wir den Abwassertank des Wohnmobils geleert hatten, traten wir die 4-stündige Reise nach West Yellowstone an. Kurz nach Arco, erkannten wir von Weitem den ersten, zivil genutzten Atomreaktor der Welt. Viele Jahre war dieses Gebiet wegen erhöhter Radioaktivität gesperrt.

In Rexburg, einem kleinen Städtchen gingen wir in den Supermarkt um die wichtigsten Dinge für den Aufenthalt im Yellowstone Nationalpark einzukaufen. In einem Park des Dorfes Ashton assen wir um die Mittagszeit eine feine Suppe. Zum Dessert gab es wunderbare Cupcakes, die im Nu verschlungen waren.

Nach weiteren zwei Fahrstunden erreichten wir dann endlich West Yellowstone. Der Ort ist sehr touristisch, an jeder Ecke ist ein Giftshop zu finden. Auf dem Yellowstone Grizzly RV Park schlossen wir das Wohnmobil an Strom und Wasser an und machten anschliessend einen Ausflug ins Städtchen.

Dort kaufte vor allem unser kaufsüchtiger Papi eine Menge Souvenirs wie Autonummern und T-Shirts. Den Znacht genossen wir in einem Familienrestaurant, wo es, zu Papis Unerfreutheit keinen Alkohol gab 🙁

Fabienne und ich genossen einen echten Büffelburger, Mami Fisch und Papi ein real American Steak. Bei einem kleinen Verdauungsspaziergang, trafen wir bei einer Tankstelle zwei Corvette Fahrer an, die uns mit ihren tollen Autos fotografieren liessen.

Um etwa 10 Uhr war Lichterlöschen angesagt. Gute Nacht!


Donnerstag 09. August – Yellowstone N.P.

Written by Fabienne

Heute Morgen starteten wir den Tag gemütlich mit Toast und Müsli. Wir konnten es uns leisten, weil die Fahrzeit zum Upper Geyser Basin, dem heutigen Tagesziel nur ca. 1 Stunde betrug.

Auf dem Weg dorthin sahen wir erste Wildtiere. Auf einer sumpfigen Wiese, ca. 200 Meter von der Strasse entfernt, standen 5 Elche, zwei davon waren Jungtiere. Den Rest der Fahrt suchten wir fleissig nach dem ersten Bären dieses Jahres, hatten jedoch keinen Erfolg.

Beim Old Faithful Visitor Center angekommen, fanden wir erst beim zweiten Anlauf einen Parkplatz für das Wohnmobil, denn der Touristenansturm war enorm.

Zuerst sahen wir uns die Hauptattraktion an, den Ausbruch des Old Faithful Geyser, der sich ca. alle 75 Minuten abspielt. Um einen guten Platz zu bekommen waren wir schon etwa eine Stunde vorher dort. Der Ausbruch war wieder einmal spektakulär!

Danach wanderten wir zum Geyser Hill View Point, und genossen die sagenhafte Aussicht auf die zahlreichen rauchenden Geysire und die klaren Pools. Nach einem 1 1/2 stündigen Spaziergang über einen Holzsteg und vielen Farbfotos später, erreichten wir ein weiteres Highlight, den Morning Glory Pool.

Mit teilweise gebräunter, teilweise geröteter Haut, und einem feinen Parfum auf Schwefelbasis, fuhren wir dann zum Madison Campingplatz. Unser Grillmeister Urs grillierte leckere Hamburger, während Daniela für die passenden Beilagen sorgte.

Jetzt gehe ich entspannt ins Bett und hoffe, das unsere Bärensuche morgen erfolgreicher ist.